Nano und der erste Hauch des Herbstes
Früh am Morgen wacht Nano auf. Er setzt sich im Bett auf. Draußen ist es noch ein wenig dunkel und die Sonne ist nicht zu sehen. Er läuft zum Fenster und schaut hinaus: etwas hat sich verändert.
Überall leuchten die Blätter in den schönsten Farben – rot, orange, gelb und braun. Der Wind rauscht durch die Bäume und lässt die Blätter wie tanzende Schmetterlinge zu Boden schweben.
„Der Herbst ist da!“ ruft Nano begeistert.

Buntes Laub an den Bäumen
Er läuft nach unten. Dort sitzen seine Freunde und frühstücken.
„Der Herbst ist da“ ruft er in die Stille hinein.
Justus schaut ihn an und nickt.
„Ja „sagt er, „es ist kühler geworden, und über Nacht haben sich die Blätter der Bäume verfärbt. Der Herbst ist in unseren Wald eingezogen“.
„Ich ziehe mich ganz schnell an und dann laufe und springe ich mit den fallenden Blättern um die Wette“, lacht Nano.
Fröhlich stapft er kurze Zeit später mit seiner Schubkarre durch das raschelnde Laub. Er möchte Blätter sammeln, ganz viele.
Doch da hört er ein leises Rascheln. Zwischen den Wurzeln einer Eiche entdeckt er einen kleinen Igel, der mühsam Blätter zusammenrollt.

„Guten Morgen, Igel! Was machst du denn?“ fragt Nano.
„Ich baue mir ein Nest für den Winter“, piepst der Igel Kurt. „Aber die Blätter wehen mir immer davon.“
„Dann helfe ich dir!“ sagt Nano entschlossen.
Mit seiner winzigen Schubkarre fährt Nano Blätter, Moos und kleine Zweige herbei. Zusammen bauen sie ein kuscheliges Nest und Igel Kurt rollt sich dankbar hinein. „Danke, Nano! Jetzt kann ich bald friedlich schlafen.“
Nano nickt Kurt zu und wandert weiter. Da hört er von oben ein fröhliches „Krah, krah!“ Eine Krähe flattert über seinem Kopf. Sie lässt Nüsse fallen, die dann laut auf den Boden platschen.
„Oh, hallo Krähe! Warum wirfst du denn die Nüsse herunter?“ ruft Nano.
„Sie können mir und den Tieren auf den Kopf fallen und uns verletzten“.
Die Krähe krächzt: „Die Schale ist so hart! Wenn ich sie fallen lasse, springen sie auf und ich kann an das leckere Innere.“
„Ach so“ sagt Nano.
„Dann will ich dir helfen!“ , sucht sich einen Stein und klopft vorsichtig auf die Nüsse, bis sie knacken. Die Krähe schnappt sich die Stückchen und ruft fröhlich: „Danke, Nano! Im Herbst gibt es so viel zu tun.“
Nano lacht und stapft weiter. Der Weg führt ihn zu einem kleinen Bach. Dort sieht er ein Eichhörnchen, das wild hin- und hersprang.
„Was hast du denn?“ fragt Nano neugierig.
Das Eichhörnchen jammert: „Ich habe so viele Nüsse gesammelt, aber ich weiß nicht mehr, wo ich sie alle versteckt habe!“
Nano überlegt kurz und hat eine Idee: „Wir machen es so: Ich helfe dir jetzt, neue Verstecke zu finden und du merkst dir die Plätze ganz genau.“
So suchen sie gemeinsam nach Höhlen in den Baumstämmen, nach Moospolstern und nach kleinen Erdlöchern. Jedes Mal, wenn das Eichhörnchen eine Nuss verstecke, singt Nano ein kleines Liedchen:
„Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da
hier ist dein Schatz, hei hussasa
bald wird’s wieder Winter sein,
merk dir fein dein Plätzelein.
Hei Hei hussasa, der Herbst ist da“.
Das Eichhörnchen lacht und nickt. „Mit deinem Lied vergesse ich es bestimmt nicht mehr!“
Am späten Nachmittag, als die Sonne golden durch die Bäume scheint, setzt sich Nano auf einen Baumstumpf. Er schaut in den bunten Wald, hört das Knacken der Äste, das Rauschen des Windes und das ferne Rufen der Krähe.
„Der Herbst ist wirklich eine fleißige Zeit“, murmelt er. „Alle bereiten sich vor. Die Menschen ernten Obst und Gemüse in ihren Gärten. Die Tiere im Wald sammeln Vorräte, Nüsse, Früchte und Blätter und bereiten sich auf die kommende kalte Zeit vor- den Winter. Und wenn alle zusammen helfen, geht alles viel leichter.“
Zufrieden stapft Nano zum Zwergenhaus zurück. Doch unterwegs sammelt auch er noch bunte Blätter in seiner Schubkarre. Daraus möchte er einen Blätterkranz anfertigen – als Erinnerung daran, wie schön und lebendig der Herbst im Wald ist.
Und während draußen der Wind die Blätter weitertanzen lässt, schaut Nano aus dem Fenster-gewärmt und mit einem warmen Kakao in der Hand.